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Das Café Fix
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Taunusanlage Frankfurt

Geschichte

Nachdem sich ab Mitte der 80er Jahre die Situation der Drogenabhängigen in Frankfurt immer mehr zuspitzte und der Bedarf an einer zusätzlichen Art Hilfsangebote deutlich wurde, wurde die Idee von Krisenzentren entwickelt. Der Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae) beteiligte sich von der ersten Stunde an mit einer praktischen Maßnahme, dem Spritzentausch.

Bis dato war es für i.v. - Drogengebrauchende schwierig, eine sterile Spritze zu erhalten. Benutzte Spritzen wurden von einem zum anderen weitergegeben mitsamt der oft enthaltene Keime, d.h. mit einem hohen Infektionsrisiko. Das HI-Virus mit seiner Folgeerkrankung Aids breitete sich ebenso aus wie Hepatitis- und andere Krankheitserreger.

1988 zogen MitarbeiterInnen des vae mit einem Bäckerfahrrad in die Taunusanlage, einem zu damaliger Zeit beliebten Scene-Treffpunkt. Vorn auf dem Fahrrad befand sich ein großer Karton mit sterilen Spritzen und Nadeln, hinten ein geschlossener Eimer mit einer Einwurfsöffnung. Einmalig wurden Spritzen verteilt, danach im Verhältnis von 1:1 getauscht. So wurde gleichzeitig verhindert, dass gebrauchte Spritzen die Gegend unsicher machten. Die Abhängigen, die sich im Park aufhielten, reagierten erst irritiert, überwanden dann schnell ihr Misstrauen und stellten sich dann brav in einer Reihe an, um gebrauchte gegen sterile Spritzen zu tauschen.

Weiterhin wurden die bereits bestehenden Streetwork Teams durch einen Arzt verstärkt, so dass direkt vor Ort medizinische Hilfe geleistet werden konnte. Vom dpwv erhielt der vae als Leihgabe einen Campingbus, so konnte der Spritzentausch auf festere Füße gestellt werden. Zusätzlich wurde ein Angebot an belegten Brötchen, Stückchen, heißen und kalten Getränken installiert, das von der Klientel gern angenommen wurde. Auch wurden die im Bus arbeitenden SozialarbeiterInnen zunnehmend für Gespräche und ggf. Beratung nachgefragt.

Während sich die Umbauarbeiten in der Liegenschaft des zukünftigen Kontaktladens in der Mosel-straße hinzogen, wurde der Bedarf an einer medizinischen Akutbehandlung der Drogenabhängigen immer dringender, so dass sich das ärztliche Team im Februar 1990 entschloss, eine provisorischen Ambulanz in einem Bauwagen vor der Baustelle Moselstraße einzurichten. Am 27. September 1990 öffnete der Kontaktladen Café Fix in der Moselstraße 47 in Frankfurt/Main seine Türen (Tour durch
das Café Fix)
. Er wurde vom ersten Tag an stark frequentiert. Mittlerweile wurde die Konzeption weiterentwickelt und viele Angebote sind hinzugekommen, andere wurden ausdifferenziert.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Harm Reduction in Germany - The Frankfurt Way of Drug Care